Zukunftswerkstatt Amberg
StartseiteAusbildungenSelbsterfahrungPraxisVideos / BücherArtikelTai Chi / Qi GongUrlaubskurse 
 
 
   
 
  
 
Tai Chi  
Philosophie
Geschichte
 
 
Tai Chi & Qi Gong Pfad  
 
Fotogalerie  
   

Die Geschichte des Tai Chi Chuan

Ich werde versuchen die Geschichte des Tai Chi Chuan darzustellen, wobei ich mich auf die drei Hauptstile Yang, Wu und Chen konzentriere. Zum Verständnis der Familiennamen ist es vielleicht notwendig zu wissen, dass im Chinesischen der Familienname zuerst steht und dann erst der Vorname.

Die Anfänge des Tai Chi Chuan liegen im Dunkel der Geschichte und lassen sich nur durch Legenden wiedergeben, von denen es auch noch mehrere Varianten gibt. Die verbreiteste Geschichte ist wohl die von Zhang Sangfeng, ein taoistischer Priester des 12. Jahrhunderts, der im Kung Fu sehr bewandert war. Er soll den Kampf einer Schlange mit einem Kranich beobachtet haben und dort die Erkenntnis über den Kampf mit der "weichen Kraft" bekommen haben.

Den ersten historischen Hinweis gibt es im 17. Jahrhundert, als ein reisender Kampfkunstmeister (Wang Tsungyue) im Dorf Chenjiagou Rast machte. Er blieb dort und begründete den Chen-Familie-Stil. Wie in China üblich, wurde dieses Wissen nur innerhalb der Familie und dort nur an die Söhne weitergegeben. Für Außenstehende war es deshalb unmöglich, an dieses Wissen zu gelangen, obwohl der Stil mit der Zeit an Berühmtheit gewann.

Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es dennoch Yang Fukui, der später Yang Lu Chang (der Unbesiegbare) genannt wurde, in der Chen Familie als Schüler angenommen zu werden. Wie dies passierte - auch darüber gibt es mehrere Legenden. Die verbreitetste ist folgende: Yang Lu Chang hatte schon verschiedene Kampfkünste studiert und hörte von dem Können der Chen Familie. Er sprach vor und wurde wie erwartet abgewiesen. Es ergab sich aber, dass die Familie Chen einen Hausdiener suchte und Yang Lu Chang bewarb sich als taubstummer und in alte Kleider gehüllter Bediensteter. Er beobachtete tagsüber die Familie beim Training und übte nachts was er gesehen hatte. Bei der Vorführung einer Stocktechnik platzte der "Taubstumme" vor Begeisterung heraus und war entdeckt. Chen Chang Xing prüfte Yang Lu Chang und war beeindruckt von seinem heimlich erworbenen Können. Er nahm ihn schließlich als Schüler an. Yang Lu Chang lernte noch lange Jahre und unterrichtete schließlich am Kaiserhof in Peking.

Mit Yang Lu Chang begann schließlich eine Öffnung nach außen und alle Tai Chi Meister unterrichteten nun auch Außenstehende. Yang Lu Chang hatte zwei Söhne: Yang Jian Hou und Yang Ban Hou, die beide seine Kunst lernten und verfeinerten. Yang Ban Hou unterrichtete weiter am Hof und hatte einen Meisterschüler: Quan You. Dieser nannte sich später aus politischen Gründen Wu. Sein Sohn Wu Jian Quan nannte diesen Stil fortan "Wu Stil". Yang Jian Hou, der zweite Sohn von Yang Lu Chang hatte drei Söhne. Der Berühmteste unter ihnen war Yang Cheng Fu. Er wurde mit anderen Tai Chi Meistern Anfang dieses Jahrhunderts nach Peking berufen um Tai Chi für die Allgemeinheit erlernbar zu machen. Das Gewicht des Tai Chi lag bis dahin auf der Kampfkunst und die Formen wurden schnell und mit vielen Sprüngen und Tritten ausgeführt. Yang Cheng Fu veränderte die Form grundlegend, verlangsamte das Tempo und entfernte die Sprünge, sodass der meditative und gesundheitsfördernde Aspekt stärker betont wurde.

Die Formen, die zu dieser Zeit entwickelt wurden, sind das Tai Chi Chuan wie wir es heute kennen. Es ging darum mit Tai Chi die Gesundheit des Volkes zu fördern und so bildete Yang Cheng Fu sehr viele Lehrer in sehr kurzer Zeit aus und reiste auch sehr viel. Das ist auch der Grund, warum es heute so viele "Yang-Stile" gibt. In den 50er Jahren wurde auf betreiben Mao's eine leicht erlernbare Kurzform des Yang-Stils geschaffen, die Peking Form. Sie ist heute in China weit verbreitet.

Ein weiterer Schüler Yang Cheng Fu's, Chang Man Ching, brachte Tai Chi als erster in den Westen. Er ging nach Nordamerika und veränderte die Form ebenfalls. Sein Stil hat im Westen einige Verbreitung. Es ist wohl so, dass Yang Cheng Fu sehr viele Lehrer ausgebildet hat, was zu extrem vielen Varianten des Yang Stils geführt hat. Sein erst- (Yang Sou Chung) und sein letztgeborener Sohn (Yang Zhen Duo) führten seine Arbeit in der Familie fort und diese beiden haben auch ein Verbreitungs- und Unterrichtssystem mitbegründet.

Yang Sou Chung hatte drei Meisterschüler: IP Tai Tac (heute Honkong 2004 gest.), Chu Gin Sun (heute Boston/USA) und Chu King Hung/London (einer meiner Lehrer). Yang Zhen Duo wird heute von seinem Enkel Yang Jun und seinem Meisterschüler Yang Chen He (beide China) vertreten.
 

  Heilpraktiker Psychotherapie Ausbildung | Sitemap | Impressum | Kontaktformular | Widerrufsbelehrung | Datenschutzerklärung | landkreisonline.com |