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Allgemeines zu Tai Chi

Einstieg
Zum Kenenlernen gibt es jeweils einen Einführungskurs, der einmal wöchentlich über 10 Stunden andauert. Sie können jederzeit in einer Stunde kostenlos schnuppern.

Der Yang Stil
Im Yang Stil, wie er in der Tai Chi Schule Amberg unterrichtet wird, legt das Hauptaugenmerk auf die Kultivierung und Anwendung von Qi, der Körperenergie. Dies befähigt den Körper mit der Zeit die Bewegung wirklich ohne Anstrengung auszuführen. Bei richtiger Körperhaltung übernimmt das Qi die Kraftentfaltung und der Körper kann sich frei und locker bewegen. Um dies im Unterricht erfahrbar zu machen, werden zu jeder Stellung sogenannte Qi - Tests gemacht. Hierzu drückt ein Partner je nach Stellung auf Hand oder Knie und steigert den Druck langsam. Ist die Stellung korrekt, kann man dem Druck ohne zusätzlichen Kraftaufwand widerstehen, da das Qi den Körper trägt. Bei falscher Haltung müssen die Muskeln Ausgleichsarbeit leisten und verspannen sich mit der Zeit. Man benötigt Kraft und Anstrengung, um die Stellung zu halten und wird schließlich aus der Stellung gedrückt. Durch diese Möglichkeit die richtige Stellung in dieser eindeutigen Weise zu erfahren, haben die Schüler wirklich die Chance, die Bewegung in ihrer Tiefe zu verstehen.

Der genaue Unterrichtsablauf sieht folgendermaßen aus:

Taoistische Vorübungen:
Sind Übungen aus der großen Menge an Qi Gong Übungen. Diese sind so aufgebaut, daß sie alle Körperteile und Gelenke durcharbeiten und öffnen. Sie werden quasi zum "Aufwärmen" am Anfang der Stunde benutzt.

Qi - Gong Standübung
Dies sind Übungen in denen man die richtige Haltung von Knie, Hüfte, Armen und aufrechter Wirbelsäule lernt. Dadurch wird man mit der Erde verwurzelt und kann dennoch aufrecht zum Himmel aufragen.

Die Form:
Der Name kommt wohl daher, daß man Bewegungen in eine fest vorgegebene Form bringt. Die Form ist daß, was man landläufig auch unter Tai Chi Chuan versteht. Die Form ist eine Abfolge von festgelegten Drehungen, Schritten, Arm- und Beinbewegungen, in denen man die Herkunft aus der Kampfkunst noch deutlich erkennen kann. Sie wird in Zeitlupentempo ausgeführt und dauert je nach Geschwindigkeit zwischen 20 und 30 Minuten.

Die Form ist in drei Teile untergliedert:
Der erste Teil symbolisiert die Erde. Hier wird ausgiebig an den Beinstellungen gearbeitet, sie lernen vorwärtsgehen und sicher zu stehen.
Im zweiten Teil wird die Beinarbeit weitergeführt und es kommt der Rückwärts- und Seitwärtsschritt hinzu. des weiteren kommen im zweiten Teil eine Reihe von Fußstößen dazu. Sie lernen also auf einem Bein zu stehen und dennoch aufgerichtet zu sein. Deshalb symbolisiert der zweite Teil den Himmel und die Luft. Der dritte Teil steht für den Menschen und enthält sowohl tiefe Stellungen (die Schlange kriecht zu Boden) und Stellungen "ganz oben" (goldener Hahn auf einem Bein). Er intensiviert den ersten und zweiten Teil und stellt die Verbindung von Himmel und Erde dar - den Menschen.

Beim Erlernen der Grundform wird das Augenmerk hauptsächlich auf die korrekte Ausführung der Endstellungen gelegt. Dies wird mit Qi Tests und vielen Partnerübungen trainiert.

Vertiefungsstufen
Nach dem Erlernen der Grundform (ca 2 Jahre) erfolgen die Vertiefungsstufen.

  • 1. Vertiefungsstufe: Bewegungsfluß und Körpereinheit - Die verschiedenen Körperteile werden in Koordination zueinander gebracht, damit der Körper als Einheit handeln kann und die Bewegung wirklich fließend ausgeführt werden kann. Die erste Vertiefungsstufe dauert ca 1- 1,5 Jahre.


  • 2. Vertiefungsstufe: Verwurzelung und Yin/Yang - Der verwurzelte Stand ist eine Grundlage für eine sichere Bewegung. Das Qi muß in die Beine und eine Verbindung mit dem Boden hegestellt werden. Das Yi, die Vorstellungskraft, wird hier zum ersten Mal systematisch in Bezug auf die Beine trainiert. Außerdem findet eine Auseinandersetzung mit Yin und Yang in der Bewegung statt. Die zweite Vertiefungsstufe dauert ca. 2 Jahre.
Weitere Vertiefungsstufen folgen wie z. B. die Spiralbewegung der Arme und die Zentrumsbewegung.

Pushinge Hands (Tui shou, Schiebende Hände)
Mit der Zeit fließen immer wieder Push Hands Übungen in den Unterricht mit ein. Push Hands sind Partnerübungen, die einerseits das Gespür für die Reaktion des Partners bewußt machen sollen, andererseits die Prinzipien der Energiestabilität in der Bewegung mit dem Partner klarmachen.

Schwertform
Neben der sogenannten Handform gibt es Waffenformen. Bei uns wird derzeit die Schwertform unterrichtet. Sie wird etwas schneller ausgeführt und lehrt deshalb den Fluß der Bewegung. Zudem muß das Gleichgewicht verbessert werden, weil ein zusätzliches Element zum Körper hinzutritt und das Qi muß bis in das Schwert geleitet werden.

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